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< Clever und erfolgreich angeln
11.03.2010 21:10 Alter: 2 Jahr(e)
Von: Thomas Struppe

Überm Rauschen

 

Norbert Scheuer
2009, 167 S., Verlag C.H. Beck, München
Preis: 17,90 EUR
ISBN: 978-3-406-59072-6

Es wird die Geschichte einer Familie, die ein Gasthaus gleich über einem Wehr betreibt, dessen Rauschen sowohl real wie auch im übertragenen Sinn diesen Roman durchzieht, erzählt Der Erzähler, Leo, ist der jüngste Sohn der Familie, dessen Stiefvater einst ihm und seinem älteren Bruder Hermann das Fischen beigebracht hat. Der ältere Bruder wird „abgeholt“, weil er wahnsinnig geworden ist. Früher war Hermann der begnadete Angler, der die Sprache der Fische verstand und unzählige Tage nur mit Angeln im Fluss verbringen konnte. Am Ende versuchte auch er, wie der Vater, den großen mythischen Urfisch Ichthys zu fangen. Das Zusammentreffen der Geschwister anlässlich des Verfalls von Hermann, bringt noch einmal die Erinnerung an den schleichenden Niedergang der Wirtschaft, an die Liebschaft beider Brüder zur Haushaltshilfe Alma und an die Schwestern, die sich schon früh aus dem Haus aufgemacht haben und andere Wege gegangen sind. Obwohl er das Angeln früher nie gemocht hatte, weil sein Vater und der Bruder immer viel geschickter im Fischfang waren, steigt auch Leo bei seiner Rückkehr ins Elternhaus wieder ins Wasser. Er lässt beim Angeln Revue passieren, wie er von seinem Bruder aus dem Eis des Flusses gerettet wurde, als er eingebrochen war und wie dessen Geliebte, unter dem Eis erfroren gefunden wird. Obwohl es im dem Roman nicht in erster Linie um das Angeln geht, spielt es doch eine herausragende Rolle. Am Schluss meint auch der Erzähler Leo den Urfisch zu sehen. Haben Angeln und Wahnsinn doch etwas miteinander zu tun?